Simmondsia Chinensis Seed Oil · flüssiges Wachs · 82,5 % der Rezeptur
Ja, Männer können Jojobaöl aufs Gesicht geben, und es fühlt sich leichter an, als der Name vermuten lässt. Denn chemisch ist es kein Öl, sondern ein flüssiges Wachs: zu etwa 97 % Wachsester, während Oliven- oder Sonnenblumenöl aus Triglyceriden bestehen.
Deshalb verteilt es sich dünn, hält sich lange und macht 82,5 % unseres Gesichtsöls aus. Mit dem Hauttalg teilt es eine Molekülklasse; Talg ist es nicht.
Von Jon Gore, Gründer, Berlin · Zuletzt geprüft

Gepresst wird es aus den Samen eines Wüstenstrauchs, der in Arizona, Kalifornien und im Nordwesten Mexikos wächst, und es fließt wie ein Öl. Chemisch ist es aber ein Wachs, das bei Zimmertemperatur flüssig ist: fast ausschließlich Wachsester.
Ein Wachsester besteht aus einer Fettsäure, die mit einem Fettalkohol verbunden ist. Im Jojobaöl sind beide Hälften lang, meist 20 und 22 Kohlenstoffatome, mit je einer Doppelbindung. Oliven-, Sonnenblumen- und Mandelöl sind dagegen Triglyceride: drei Fettsäuren an einem Gerüst aus Glycerin. Anderes Molekül, anderes Verhalten: Jojobaöl verteilt sich dünn, fühlt sich leicht an und hält an der Luft länger durch als Distel-, Raps- oder Mandelöl.
Für Männer ist daran nichts Besonderes. Haut ist Haut. Zur richtigen Basis für Männer ohne Pflegeroutine macht es das Hautgefühl: ein dünner Film, bei der richtigen Menge kein Glanz, und eine Flasche, die monatelang hält. Über reines Jojobaöl schreiben Käufer: „lässt sich schön verteilen und zieht auch gut ein“.
Zum Teil. Der Talg, den die Haut selbst bildet, ist ein Gemisch. Nach der gängigen Darstellung (Picardo und Kollegen, 2009) besteht mehr als die Hälfte davon aus Triglyceriden und freien Fettsäuren, etwa ein Viertel aus Wachsestern und etwa ein Achtel aus Squalen. Die Wachsester sind das Eigentümliche am Talg: Sonst bildet der Körper sie fast nirgends.
Jojobaöl besteht fast nur aus Wachsestern. Der ehrliche Satz lautet also: Jojobaöl teilt eine Molekülklasse mit dem Talg; es ist kein Talg und auch keine Kopie davon. Seiten, auf denen Jojobaöl den Talg „nachahmt“ oder mit ihm „identisch“ ist, runden ein Viertel zu einem Ganzen auf.
Das ist eine Aussage über Chemie, und dabei bleibt es.
Vor allem an der Farbe. Kaltgepresstes Jojobaöl, oft als „golden“ oder „nativ“ verkauft, ist eine klare, goldgelbe Flüssigkeit mit leicht nussigem Geruch. Raffiniertes Jojobaöl wurde gefiltert und gebleicht, bis es farblos ist und nach nichts riecht. Beim Raffinieren geht auch ein Teil der Tocopherole verloren, die der Samen mitbringt: sein eigenes Vitamin E. Raffiniertes Jojobaöl oxidiert deshalb etwas leichter.
Raffiniert ist kein Makel; man kauft es, wenn man keine Farbe und keinen Geruch will. Ein Makel ist eine Flasche, die nicht sagt, welches von beiden sie enthält.
Unseres: Ob kaltgepresst oder raffiniert, ist noch nicht belegt. Bis die Analysenzertifikate da sind, drucken wir weder „kaltgepresst“ noch etwas Ähnliches. Was wir sagen können: Die Rezeptur enthält 0,5 % einer eigenen Tocopherol-Mischung, Vitamin E in Sonnenblumenöl, damit die Öle in der Flasche langsamer oxidieren.
[ Pressverfahren und Herkunftsland bleiben offen, bis die Analysenzertifikate vorliegen. Das Haus füllt Lücken nicht mit plausiblen Wörtern. ]
Ja. Viele verwenden es pur. Es gelten die Regeln jedes Gesichtsöls: ein paar Tropfen, keine Handvoll; auf die saubere, noch feuchte Haut eingearbeitet; und vorher ein Verträglichkeitstest, ein Tropfen auf der Innenseite des Unterarms, einige Tage lang. Jojobaöl bleibt auf der Haut; abends muss also nichts abgewaschen werden.
Die Einzelheiten stehen im Ratgeber: wie viele Tropfen und wann, auch nach der Rasur und auf der Haut unter dem Bart.
Ist kein Arzneimittel.
Ist keine Behandlung, für welchen Hautzustand auch immer.
Hält die Zeit nicht an.
Ersetzt keinen Sonnenschutz.
Ersetzt keinen Arztbesuch.
Es ist ein sehr gutes Wachs. Mehr behauptet dieses Datenblatt nicht.
Warum sich diese Liste so leicht drucken lässt: Eine Verneinung ist keine Werbeaussage. Positive Aussagen sind geregelt, müssen belegt sein und dürfen nie therapeutisch sein. Welche Sorte ein Etikett lieber druckt, sagt etwas über das Etikett. Ein kosmetisches Öl ist keine Behandlung; bei Hautproblemen fragen Sie eine Ärztin, einen Arzt oder in der Apotheke.
Lange, aber nicht ewig. Triglyceridöle werden ranzig, wenn Luft an ihre Fettsäuren kommt. Jojobaöl enthält kaum Triglyceride, und seine Wachsester oxidieren langsam; deshalb hält es sich länger als die meisten Pflanzenöle. Wird ein Öl doch ranzig, riecht es scharf und abgestanden, ein wenig nach alten Wachsmalstiften. Riecht es komisch, ist es hinüber.
Unsere Flasche trägt das Symbol des geöffneten Cremetiegels mit „9M“: nach dem Öffnen innerhalb von neun Monaten verwenden. Die Rezeptur enthält kein Wasser, also braucht sie kein Konservierungsmittel, und das Braunglas hält das Licht ab. Verschlossen aufbewahren, nicht auf der Fensterbank. Bei drei Tropfen morgens und abends reicht eine Flasche etwa drei Monate, bei vier etwas weniger. Sie ist also leer, lange bevor sie alt wird.
Zuerst, was die Zahl sagt. Eine Prozentangabe auf dem Etikett ist in genau einem Punkt ehrlich: bei der Menge. Die 82,5 % sagen Ihnen, wie viel von dieser Flasche Jojobaöl ist. Sie sagen nicht, ob das Jojobaöl gut ist, wo es gewachsen ist, wie es gepresst wurde oder was die übrigen 17,5 % tun.
Eine Zahl nennt die Menge, nicht den Wert. Eine große Zahl neben einem billigen Inhaltsstoff ist eine große Zahl neben einem billigen Inhaltsstoff.
Und warum so viel? Ein Gesichtsöl sollte vor allem aus seiner Basis bestehen, und Jojobaöl ist die leichte, stabile. Alles Übrige ist da, um zu tun, was Jojobaöl nicht tut.
Warum überhaupt mischen, statt Ihnen reines Jojobaöl zu verkaufen? Das ist das ganze Argument von Jojobaöl oder Hagebuttenkernöl. Kurz: Wenn Ihnen reines Jojobaöl genügt, kaufen Sie es. Unseres kostet 29,99 € für 30 ml, weil es ein fertiges Gesichtsöl ist: neun Inhaltsstoffe, von Jon Gore in Berlin von Hand gemischt und abgefüllt, Charge für Charge, jede nummeriert.
Zwei Wörter, die dieses Datenblatt nicht verwendet. Gemeint ist die Gewohnheit der Branche, keine bestimmte Marke; keine wird genannt, und keine muss genannt werden.
| Das Wort | Was es Ihnen sagt |
|---|---|
| „Nachweislich“ | Nachgewiesen von wem, wogegen, in welcher Dosis, an wie vielen Menschen? Das Wort überlebt, weil es vage ist, und es wird gedruckt, weil es überlebt. |
| „Parfümfrei“ | Nicht dasselbe wie „geruchsneutral“, und keins von beiden ist streng geregelt. Diese Flasche riecht nach ihren fünf ätherischen Ölen, vollständig auf dem Etikett angegeben, samt jedem Allergen, das das Gesetz nennt. |