Drei bis vier Tropfen, morgens und abends, sanft in die saubere, noch feuchte Haut eingedrückt. Glänzt das Gesicht nach ein paar Minuten noch, nehmen Sie beim nächsten Mal weniger.
Nach der Rasur erst abspülen und warten, bis ein etwaiges Brennen abgeklungen ist. Bei Bart die Tropfen mit den Fingerspitzen bis auf die Haut einarbeiten.
Von Jon Gore, Gründer, Berlin · Zuletzt geprüft

In diesem Ratgeber geht es um die Anwendung. Wenn Sie zuerst wissen wollen, was Jojobaöl ist: kurz gesagt ein flüssiges Wachs, das fließt wie ein Öl; deshalb verteilt es sich dünn und fühlt sich leicht an. Alles Folgende gilt für reines Jojobaöl aus der großen Flasche ebenso wie für ein fertiges Gesichtsöl auf Jojobabasis, etwa unseres, das zu 82,5 % aus Jojobaöl besteht.
Eins vorab: ein Verträglichkeitstest. Ein Tropfen auf die Innenseite des Unterarms, ein paar Tage lang. Reagiert die Haut, verwenden Sie es nicht. Das gilt für alles Neue, nicht nur für dieses Öl.
Drei bis vier. Fangen Sie mit drei an; nimmt Ihre Haut sie sofort auf, nehmen Sie vier. Das reicht für Gesicht, Kieferlinie und die Vorderseite des Halses, und für ein Gesichtsöl gilt dieselbe Zahl. Es sieht nach weniger aus, als es sein müsste, und genau darum geht es: Die Männer, mit denen wir gesprochen haben, fürchteten weniger trockene Haut als ein fettiges Gesicht. Einer sagte sinngemäß, er sei lieber zu trocken, als mit einem Gesicht herumzulaufen, das aussieht, als hätte er es in eine Schüssel Öl getaucht.
Die Regel ist also ein Spiegel, keine Zahl. Glänzt das Gesicht ein paar Minuten danach noch, nehmen Sie beim nächsten Mal weniger: zwei, oder an Tagen, an denen Ihre Haut schon selbst genug tut, auch nur einen. Die richtige Menge ist die, die man nicht sieht: Sie glänzt nicht und fettet nicht. Bei drei Tropfen morgens und abends reicht eine 30-ml-Flasche etwa 3 Monate, bei vier etwas weniger.
Weil ein Öl kein eigenes Wasser mitbringt. Es legt sich als dünner Film auf die Oberfläche, und dieser Film bremst die Verdunstung des Wassers, das schon in der Haut ist. Auf feuchter Haut ist Wasser da, das sich halten lässt. Auf einem trockenen Gesicht weniger.
Feucht heißt: gerade gewaschen oder abgespült und einmal mit dem Handtuch abgetupft. Nicht tropfnass, nicht knochentrocken. Auf feuchter Haut verteilen sich die Tropfen auch besser; sie kommen dann weiter.
Die feuchte Haut ist der Schritt, den die meisten auslassen. Er kostet nichts und zählt am meisten.
Das ist die ganze Routine. Kein Serum, keine Creme hinterher, es sei denn, Sie wollen eine; dazu weiter unten mehr.
Ja. Es kann an die Stelle des Aftershaves treten, das mancher Mann nur aufträgt, wenn er daran denkt; so hat es uns einer erzählt. Rasieren, mit kühlem Wasser abspülen und warten, bis ein etwaiges Brennen abgeklungen ist. Dann abtupfen, bis die Haut nur noch feucht ist, und drei bis vier Tropfen eindrücken, wie oben beschrieben.
Zwei Hinweise. Nehmen Sie die Handflächen, und ziehen Sie nicht die Fingerspitzen am Kiefer entlang: Frisch rasierte Haut will gedrückt werden, nicht gerieben. Und ist die Haut gereizt, lassen Sie das Öl an diesem Tag weg. Das ist keine Bescheidenheit, so steht es auf dem Etikett: „Bei Hautreizung Anwendung abbrechen.“
Das gilt für jedes Gesichtsöl nach der Rasur. Ein Aftershave im klassischen Sinn, der Spritzer Alkohol, ist es nicht: Auf unserem Etikett steht kein Alkohol, und das Öl hinterlässt nichts als einen dünnen Film.
Mit den Fingerspitzen. Die Tropfen wie gewohnt in die Handfläche geben, dann gegen die Wuchsrichtung einarbeiten, damit das Öl die Haut erreicht und nicht auf den Haaren liegen bleibt. Bei Stoppeln eindrücken wie auf einem glatt rasierten Gesicht. Bei einem Vollbart mit den Fingern durch den Bart fahren und das Öl bis auf die Haut einarbeiten; etwas Öl bleibt unterwegs in den Haaren hängen, und das ist in Ordnung.
Das ist ein Gesichtsöl, gedacht für die Haut unter dem Bart. Für den Bart selbst, wie er wächst oder aussieht, versprechen wir nichts. Wer ein Bartöl will, kauft ein Bartöl; wer die Haut darunter pflegen will, für den ist das hier der Schritt.
Beides, wenn Sie dabei bleiben: morgens nach dem Duschen oder Rasieren, abends nach dem Gesichtwaschen. Einmal am Tag ist auch in Ordnung, wenn Sie das tatsächlich durchhalten. Eine Routine, die Sie im März aufgeben, hilft niemandem.
Abends ist es am leichtesten durchzuhalten, weil nichts mehr darüberkommt. Morgens geben Sie dem Öl einen Moment, bevor Sonnenschutz oder Hemdkragen folgen. Im Winter, wenn die Heizung läuft, die Raumluft trocken wird und die Haut nach dem Duschen spannt, lohnt sich zweimal am Tag am meisten. Dazu gibt es eine eigene Seite: Trockene Haut im Winter, mit Heizungsluft und hartem Wasser.
Mit einer Feuchtigkeitscreme: erst die Creme, dann das Öl. Das Öl bildet den Film, also kommt es nach der Creme. Für viele Gesichter sind drei bis vier Tropfen auf feuchter Haut die ganze Routine, das Öl also statt Creme; will Ihr Gesicht im Winter mehr, kommt die Creme wieder darunter.
Mit Sonnenschutz: erst das Öl, darüber der Sonnenschutz. Ein Gesichtsöl hat keinen Lichtschutzfaktor, unseres auch nicht, also bleibt der Sonnenschutz. Geben Sie dem Öl einen Moment, bevor der Sonnenschutz darüberkommt.
| Sie verwenden | Reihenfolge |
|---|---|
| Nur Öl | Feuchte Haut, drei bis vier Tropfen |
| Öl und Creme | Feuchte Haut, Creme, dann Öl |
| Öl und Sonnenschutz | Feuchte Haut, Öl, dann Sonnenschutz |
| Alle drei | Feuchte Haut, Creme, Öl, Sonnenschutz |
Ein Gesichtsöl verändert, wie sich Ihre Haut anfühlt: weniger gespannt nach dem Duschen, weicher am Kiefer, bei der richtigen Menge ohne Glanz. Das ist seine Aufgabe. Ein kosmetisches Öl ist keine Behandlung und verspricht nichts für einen Hautzustand; bei Hautproblemen fragen Sie eine Ärztin, einen Arzt oder in der Apotheke.