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[ Ratgeber Nr. 04 ]

Gesichtsöl statt Creme: für Männer, die nur eins wollen

Für Männer mit einer Dose Creme, die kein zweites Produkt wollen

Beides kann Ihr einziger Schritt sein, aber die beiden tun Verschiedenes. Eine Creme bringt Wasser und Öl auf die Haut; ein Gesichtsöl bringt gar kein Wasser mit und bremst nur die Verdunstung des Wassers, das schon da ist.

Auf die noch feuchte Haut gegeben, sind drei bis vier Tropfen Öl für viele Männer die ganze Pflege. Will Ihr Gesicht im Winter mehr, nehmen Sie beides: erst die Creme, dann das Öl darüber.

Von , Gründer, Berlin · Zuletzt geprüft

Öl wird am Wangenknochen eingearbeitet, aus der Nähe
Am Wangenknochen eingearbeitet. Sanft eingedrückt, nicht verrieben.

Was tut eine Creme, was tut ein Gesichtsöl?

Drehen Sie die Dose um. Der erste Inhaltsstoff der blauen NIVEA Creme ist Aqua: Wasser. Danach folgen Paraffinum Liquidum (Paraffinöl), Cera Microcristallina (ein Wachs) und Glycerin. So sind die meisten Cremes gebaut: Wasser und Öl, zu einer Emulsion verbunden, dazu etwas wie Glycerin, das Wasser bindet, und etwas Fettes, das seine Verdunstung bremst. Eine Creme bringt Wasser auf die Haut und etwas Öl, das es dort hält.

Ein Gesichtsöl enthält kein Wasser. Es kann die Haut nicht befeuchten. Was es kann: als dünner Film auf der Oberfläche liegen und die Verdunstung des Wassers bremsen, das schon in Ihrer Haut ist. Diese Verdunstung läuft den ganzen Tag; Fachbücher nennen sie transepidermalen Wasserverlust. Deshalb steht auf unserer Flasche: auf die noch feuchte Haut. Das Wasser kommt aus dem Hahn, das Öl hält es zurück.

Faustregeln, keine Gesetze: Es gibt Cremes mit sehr wenig Wasser und Öle mit Zusätzen. Lesen Sie das Etikett.
CremeGesichtsöl
WasserJa, meist der erste InhaltsstoffKeins
Was es mitbringtWasser, dazu Öl und Wachs, die seine Verdunstung bremsenNur Öl; bremst die Verdunstung des Wassers, das schon da ist
MengeEine Fingerspitze vollDrei bis vier Tropfen
Am besten aufTrockene oder feuchte HautDie noch feuchte Haut, direkt nach dem Waschen
KonservierungMeist nötig, wegen des WassersOhne Wasser nicht nötig
Typischer Preis bei dmNIVEA Creme, 75 ml für 2,45 € (Stand: 21.10.2026)Sehr unterschiedlich

Keines ist klüger als das andere. Eine Creme ist das bequeme Paket: Wasser und Öl in einer Dose, für jede Haut, ob feucht oder trocken. Ein Öl ist das kleinere, genauere Werkzeug: Es setzt voraus, dass Sie das Wasser liefern. Wenn Sie sich das Gesicht ohnehin waschen, tun Sie das schon.

Gesichtsöl statt Creme: Geht das?

Für viele Gesichter ja. Waschen, nur so weit abtupfen, dass die Haut noch feucht ist, dann drei bis vier Tropfen zwischen den Handflächen anwärmen und sanft in die Haut eindrücken. Morgens und abends, oder einmal am Tag, wenn Sie das eher durchhalten. Kurz gesagt: Es ersetzt die Creme, nicht den Sonnenschutz.

Was sich beim Wechsel ändert, ist vor allem das Hautgefühl. Nach drei oder vier Tropfen ist weniger auf dem Gesicht als nach einer Creme; es fühlt sich weniger belegt an. Eine Rezensentin auf Amazon hat den Wechsel so beschrieben: „Man muss sich erstmal dran gewöhnen keine Creme mehr zu nehmen.“ Drei bis vier Tropfen reichen für ein Gesicht mit Stoppeln; bei einem Vollbart arbeiten Sie sie mit den Fingerspitzen bis auf die Haut unter dem Bart ein. Spüren Sie eine Stunde später wieder dieses Ziehen im Gesicht, war die Haut beim Auftragen zu trocken, oder es waren zu wenige Tropfen: beim nächsten Mal feuchter und einen Tropfen mehr.

In den ersten Tagen geht es vor allem darum, die richtige Menge zu finden. Zu viele Tropfen glänzen; richtig ist die Zahl, die Sie nach dem Einarbeiten nicht mehr sehen. Alles Weitere, von der Tropfenzahl bis zu Rasur und Bart, steht im Ratgeber Jojobaöl im Gesicht anwenden.

Unseres ist zum größten Teil Jojobaöl, ein flüssiges Wachs und kein Öl im engeren Sinn; eingearbeitet fühlt es sich trocken an, nicht fettig. Wer „Jojobaöl statt Creme“ sucht, ist hier also fast wörtlich richtig. Ein schwereres Küchenöl im Gesicht ist eine andere Erfahrung, und meist die, an die man sich erinnert.

Gesichtsöl und Creme zusammen: in welcher Reihenfolge?

Das geht, und im Winter machen es viele so. Die Reihenfolge ergibt sich aus dem, was jedes tut: erst die Creme, weil sie das Wasser bringt; dann das Öl darüber, weil es die Verdunstung dieses Wassers bremst. Auf gutefrage.net beschreibt jemand genau das als Wintergewohnheit: „Ich mache es im Winter manchmal so, dass ich mich erst eincreme und dann noch Öl darüber gebe.“ Das ist die richtige Reihenfolge.

  1. Waschen, das Gesicht abtupfen, bis es nur noch feucht ist.
  2. Ihre gewohnte Creme, etwas weniger, als Sie sonst allein nehmen würden.
  3. Zwei oder drei Tropfen Öl darüber, sanft eingedrückt.
  4. Morgens kommt der Sonnenschutz zuletzt. Ein Gesichtsöl hat keinen Lichtschutzfaktor.

Wenn die Heizung angeht, wird die Luft in der Wohnung trockener, und manche Gesichter merken das. Dann lohnt sich die zweite Schicht; im Sommer kommen die meisten Männer wieder mit einer aus. Kommt Ihnen das bekannt vor, lesen Sie Trockene Haut im Winter: Heizungsluft und kalkhaltiges Wasser.

Wann ist ein Gesichtsöl die falsche Wahl?

„Warum kein Öl ins Gesicht?“, fragen viele bei Google. Manchmal ist „kein Öl“ tatsächlich die richtige Antwort, und die kennt man besser vor dem Kauf. Ein Mann, den wir vor dem Start befragt haben, hat die Sorge auf den Punkt gebracht: Er sei lieber zu trocken, als mit einem Gesicht herumzulaufen, das aussieht, als hätte er es in eine Schüssel Öl getaucht. Wenn es Ihnen so geht und kein Satz über drei oder vier Tropfen daran etwas ändert, bleiben Sie bei Ihrer Creme. Eine Pflege, die Sie hassen, geben Sie ohnehin auf.

Ein Öl ist auch dann die falsche Wahl, wenn

  • Ihr einziger Schritt morgens stattfindet und Sonnenschutz enthalten muss: Eine Creme mit LSF kann dieser eine Schritt sein, ein Öl nicht, denn ein Gesichtsöl hat keinen Lichtschutzfaktor;
  • Ihr Gesicht mittags schon ohne alles glänzt und mehr Glanz das Letzte ist, was Sie wollen: Versuchen Sie einen Tropfen am Abend, oder bleiben Sie bei einer leichten Creme;
  • Sie gar keinen Duft wollen: Unseres enthält 2 % einer Mischung aus fünf ätherischen Ölen. Ein reines, parfümfreies Öl ist dann der bessere Kauf; welches, steht in Jojobaöl oder Hagebuttenkernöl, und wann reines Jojobaöl reicht;
  • die Haut gereizt, offen oder wund ist: Dann lassen Sie an dem Tag alles weg. Ein kosmetisches Öl ist keine Behandlung; bei Hautproblemen fragen Sie eine Ärztin, einen Arzt oder in der Apotheke.

Und testen Sie alles Neue, Öl wie Creme: einen Tropfen auf die Innenseite des Unterarms, ein paar Tage lang. Reagiert die Haut, verwenden Sie es nicht.

Häufige Fragen

Statt Creme oder dazu?
Beides geht. Für viele Gesichter ist es allein die ganze Routine; will Ihres im Winter mehr: erst die Creme, dann das Öl darüber.
Glänzt das Gesicht danach fettig?
Nicht bei drei bis vier Tropfen, sanft in die noch feuchte Haut eingedrückt. Glänzt es nach ein paar Minuten noch, nehmen Sie beim nächsten Mal weniger; die richtige Menge ist die, die man nicht sieht. Wie viele Tropfen, und wann
Auf feuchte oder trockene Haut?
Auf die noch feuchte Haut. Ein Öl bringt kein eigenes Wasser mit; sanft in feuchte Haut eingedrückt, bremst es die Verdunstung des Wassers, das schon da ist. Warum die feuchte Haut zählt
Ersetzt es den Sonnenschutz?
Nein. Ein Gesichtsöl hat keinen Lichtschutzfaktor, unseres auch nicht. Erst das Öl, darüber der Sonnenschutz. Mit Creme oder Sonnenschutz

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Quellen

  1. Wikipedia, Transepidermaler Wasserverlust (das Wasser, das durch die Haut an die Luft abgegeben wird).
  2. Wikipedia, Hautcreme (Cremes als Emulsionen aus Wasser und Öl; Glycerin bindet Wasser; wasserreiche Cremes müssen konserviert werden).
  3. dm.de, NIVEA Creme in der Dose, 75 ml: Inhaltsstoffliste beginnt mit Aqua, Paraffinum Liquidum, Cera Microcristallina, Glycerin; 2,45 € (Stand: 21.10.2026).
  4. Wikipedia, Jojoba (Jojobaöl ist ein flüssiges Wachs aus Estern, kein Triglycerid-Öl).