Für Männer mit einer Dose Creme, die kein zweites Produkt wollen
Beides kann Ihr einziger Schritt sein, aber die beiden tun Verschiedenes. Eine Creme bringt Wasser und Öl auf die Haut; ein Gesichtsöl bringt gar kein Wasser mit und bremst nur die Verdunstung des Wassers, das schon da ist.
Auf die noch feuchte Haut gegeben, sind drei bis vier Tropfen Öl für viele Männer die ganze Pflege. Will Ihr Gesicht im Winter mehr, nehmen Sie beides: erst die Creme, dann das Öl darüber.
Von Jon Gore, Gründer, Berlin · Zuletzt geprüft

Drehen Sie die Dose um. Der erste Inhaltsstoff der blauen NIVEA Creme ist Aqua: Wasser. Danach folgen Paraffinum Liquidum (Paraffinöl), Cera Microcristallina (ein Wachs) und Glycerin. So sind die meisten Cremes gebaut: Wasser und Öl, zu einer Emulsion verbunden, dazu etwas wie Glycerin, das Wasser bindet, und etwas Fettes, das seine Verdunstung bremst. Eine Creme bringt Wasser auf die Haut und etwas Öl, das es dort hält.
Ein Gesichtsöl enthält kein Wasser. Es kann die Haut nicht befeuchten. Was es kann: als dünner Film auf der Oberfläche liegen und die Verdunstung des Wassers bremsen, das schon in Ihrer Haut ist. Diese Verdunstung läuft den ganzen Tag; Fachbücher nennen sie transepidermalen Wasserverlust. Deshalb steht auf unserer Flasche: auf die noch feuchte Haut. Das Wasser kommt aus dem Hahn, das Öl hält es zurück.
| Creme | Gesichtsöl | |
|---|---|---|
| Wasser | Ja, meist der erste Inhaltsstoff | Keins |
| Was es mitbringt | Wasser, dazu Öl und Wachs, die seine Verdunstung bremsen | Nur Öl; bremst die Verdunstung des Wassers, das schon da ist |
| Menge | Eine Fingerspitze voll | Drei bis vier Tropfen |
| Am besten auf | Trockene oder feuchte Haut | Die noch feuchte Haut, direkt nach dem Waschen |
| Konservierung | Meist nötig, wegen des Wassers | Ohne Wasser nicht nötig |
| Typischer Preis bei dm | NIVEA Creme, 75 ml für 2,45 € (Stand: 21.10.2026) | Sehr unterschiedlich |
Keines ist klüger als das andere. Eine Creme ist das bequeme Paket: Wasser und Öl in einer Dose, für jede Haut, ob feucht oder trocken. Ein Öl ist das kleinere, genauere Werkzeug: Es setzt voraus, dass Sie das Wasser liefern. Wenn Sie sich das Gesicht ohnehin waschen, tun Sie das schon.
Für viele Gesichter ja. Waschen, nur so weit abtupfen, dass die Haut noch feucht ist, dann drei bis vier Tropfen zwischen den Handflächen anwärmen und sanft in die Haut eindrücken. Morgens und abends, oder einmal am Tag, wenn Sie das eher durchhalten. Kurz gesagt: Es ersetzt die Creme, nicht den Sonnenschutz.
Was sich beim Wechsel ändert, ist vor allem das Hautgefühl. Nach drei oder vier Tropfen ist weniger auf dem Gesicht als nach einer Creme; es fühlt sich weniger belegt an. Eine Rezensentin auf Amazon hat den Wechsel so beschrieben: „Man muss sich erstmal dran gewöhnen keine Creme mehr zu nehmen.“ Drei bis vier Tropfen reichen für ein Gesicht mit Stoppeln; bei einem Vollbart arbeiten Sie sie mit den Fingerspitzen bis auf die Haut unter dem Bart ein. Spüren Sie eine Stunde später wieder dieses Ziehen im Gesicht, war die Haut beim Auftragen zu trocken, oder es waren zu wenige Tropfen: beim nächsten Mal feuchter und einen Tropfen mehr.
In den ersten Tagen geht es vor allem darum, die richtige Menge zu finden. Zu viele Tropfen glänzen; richtig ist die Zahl, die Sie nach dem Einarbeiten nicht mehr sehen. Alles Weitere, von der Tropfenzahl bis zu Rasur und Bart, steht im Ratgeber Jojobaöl im Gesicht anwenden.
Unseres ist zum größten Teil Jojobaöl, ein flüssiges Wachs und kein Öl im engeren Sinn; eingearbeitet fühlt es sich trocken an, nicht fettig. Wer „Jojobaöl statt Creme“ sucht, ist hier also fast wörtlich richtig. Ein schwereres Küchenöl im Gesicht ist eine andere Erfahrung, und meist die, an die man sich erinnert.
Das geht, und im Winter machen es viele so. Die Reihenfolge ergibt sich aus dem, was jedes tut: erst die Creme, weil sie das Wasser bringt; dann das Öl darüber, weil es die Verdunstung dieses Wassers bremst. Auf gutefrage.net beschreibt jemand genau das als Wintergewohnheit: „Ich mache es im Winter manchmal so, dass ich mich erst eincreme und dann noch Öl darüber gebe.“ Das ist die richtige Reihenfolge.
Wenn die Heizung angeht, wird die Luft in der Wohnung trockener, und manche Gesichter merken das. Dann lohnt sich die zweite Schicht; im Sommer kommen die meisten Männer wieder mit einer aus. Kommt Ihnen das bekannt vor, lesen Sie Trockene Haut im Winter: Heizungsluft und kalkhaltiges Wasser.
„Warum kein Öl ins Gesicht?“, fragen viele bei Google. Manchmal ist „kein Öl“ tatsächlich die richtige Antwort, und die kennt man besser vor dem Kauf. Ein Mann, den wir vor dem Start befragt haben, hat die Sorge auf den Punkt gebracht: Er sei lieber zu trocken, als mit einem Gesicht herumzulaufen, das aussieht, als hätte er es in eine Schüssel Öl getaucht. Wenn es Ihnen so geht und kein Satz über drei oder vier Tropfen daran etwas ändert, bleiben Sie bei Ihrer Creme. Eine Pflege, die Sie hassen, geben Sie ohnehin auf.
Ein Öl ist auch dann die falsche Wahl, wenn
Und testen Sie alles Neue, Öl wie Creme: einen Tropfen auf die Innenseite des Unterarms, ein paar Tage lang. Reagiert die Haut, verwenden Sie es nicht.